Projektlernen

Kün­stliche Intel­li­genz und Neue Arbeit

Kün­stliche Intel­li­genz ist mit­tler­weile in aller Munde, die tech­nis­chen Hin­ter­gründe und Kom­plex­ität des The­mas ver­ste­hen nur wenige Expert*innen. Dadurch existiert auch ein großes Halb­wis­sen über die möglichen Auswirkun­gen ein­er von IT- Experten weit­er­en­twick­el­ten kün­stlichen Intel­li­genz. Schafft die selb­st ler­nende Mas­chine weit­ere Arbeits­bere­iche ab? Wer­den in Zukun­ft auch im Dien­stleis­tungs­bere­ich kom­plexere Arbeitsin­halte von ler­nen­den Sys­te­men über­nom­men? Wer­den sich Lern­prozesse an der Schule in der beru­flichen und uni­ver­sitären Aus­bil­dung dadurch grundle­gend verän­dern?

Auf all diese Fra­gen kön­nen wir keine konkreten Antworten geben. Die The­matik berührt die von Prof.Bergmann in seinen Gedanken über den Neue Arbeit beschriebene Beschrei­bun­gen ein­er neuen Arbeitswelt. Unbe­queme, unan­genehme Tätigkeits­bere­iche (auch wenn sie kom­pliziert­er sind) kön­nen von Maschi­nen erledigt wer­den. Der Men­sch kann sich intel­li­gen­teren, sozialen Her­aus­forderun­gen wid­men.

Ist also eine ein­fache oder vielle­icht auch höhere Kün­stliche Intel­li­genz ein Fluch für die Men­schheit, oder ein Segen?

Frid­helm Büchele

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3 Ele­mente
KI und Neue Arbeit 1.mp4
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KI und Neue Arbeit 2.mp4
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KI und Neue Arbeit 3.mp4
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Pro­jek­tler­nen im beson­deren

Neun Studierende der ber­gis­chen Uni­ver­sität Wup­per­tal haben 2013 an der Ein­führung in pro­jek­to­ri­en­tiertes Arbeit­en teilgenom­men. Nach der Vorstel­lung des Konzept des Start­punkt e.V. und ein­er Führung durch die Fab­rik mit Erläuterung der Geschichte dieser, lag der Fokus in der fol­gen­den Phase auf der Erläuterung des Pro­jek­tler­nens.
Um die Rel­e­vanz des Pro­jek­tler­nens in der zukün­fti­gen Arbeits­ge­sellschaft zu unter­stre­ichen, wird die gegen­wär­tige Sit­u­a­tion in den Betrieben in Deutsch­land nach ein­er Umfrage der Indus­trie- und Han­del­skam­mer analysiert.
Auf­fäl­lig ist, dass bei schlechter Qual­i­fika­tion nur noch wenige beru­fliche Nis­chen existieren. Außer­dem scheinen selb­stver­ant­wortlich­es Han­deln und Kreativ­ität zu den gefragten Qual­itäten im gegen­wär­ti­gen und zukün­fti­gen Beruf­sall­t­ag zu gehören. Wie weit sich ler­nen und Arbeit­en the­men­spez­i­fisch in der Ver­gan­gen­heit aufeinan­der bezo­gen haben, stellt die fol­gende Grafik dar.
Dieser Zusam­men­hang ändert sich in der zukün­fti­gen Aus­bil­dung entsprechend der sich verän­dern­den Arbeits­be­din­gun­gen.
Zwis­chen Arbeit und Aus­bil­dung hat immer ein enger Zusam­men­hang existiert. Verän­derun­gen in der Arbeits­ge­sellschaft führen zwangsläu­fig zu Verän­derun­gen im Aus­bil­dungssys­tem. Wesentlich sind dabei nicht unbe­d­ingt neue, päd­a­gogis­ch­er Wege son­dern die zu beach­t­en­den neuen Lern­in­halte.
Ein möglich­er päd­a­gogis­ch­er Weg liegt in dem Pro­jek­tler­nen. In der vorgestell­ten Form des Pro­jek­tler­nens han­delt es sich um eine Abfolge von Pro­jek­t­phasen die indi­vidu­ell, im Plenum oder in Kle­in­grup­pen durch­laufen wer­den.
Diesem Pro­jek­t­phasen liegt eine gesellschaft­spoli­tis­che Aus­rich­tung zu Grunde. Außer­dem sind die jew­eili­gen Phasen mit bes­timmten Meth­o­d­en ver­bun­den. Eine möglichst große method­is­che Vielfalt soll dabei das kreative Poten­zial der Lern­gruppe unter­stützen.
Das Sam­meln von The­men soll eben­falls sehr bre­it angelegt sein um für die spätere Kon­sensentschei­dung eine gute Grund­lage zu schaf­fen. Dabei wird die Sys­tem­atik des diver­gentes Denkens aufge­grif­f­en – also durch vielfältige Meth­o­d­en ein sehr het­ero­genes Feld an inter­es­san­ten The­men zu suchen, um nach ein­er Struk­turierung durch ein kon­ver­gentes Denken diese The­men auf rel­e­vante und inter­es­sante The­men­felder zu reduzieren.
Das gesamte Vorge­hen in der Abfolge der Pro­jek­t­phasen greift beim Prozess des hand­lung­sori­en­tierten Ler­nens ein bekan­ntes päd­a­gogis­ches Prinzip auf. Danach knüpft nach einem ersten Inter­esse, ein­er ersten Idee ein über­legtes Han­deln mit entsprechen­der Sys­tem­a­tisierung an die intrin­sis­che Moti­va­tion der Akteure an. Der Prozess der Erar­beitung wird dabei nicht nur reflek­tiert son­dern führt häu­fig zu besseren Ergeb­nis­sen. Reines Agieren aus der Idee her­aus führt dabei häu­figer zu Frus­tra­tio­nen und zum Abbruch des Engage­ments.
Pro­jek­tler­nen wird in der präsen­tierten Form nicht nur dargestellt als method­is­che Ori­en­tierung in zukün­fti­gen Lern­prozessen, son­dern ver­ste­ht sich auch als Weltan­schau­ung, die nicht auf Max­imierung von Pro­duk­tiv­ität aus­gerichtet ist.
Der Autor Byung-Chul Han stellt in sein­er Analyse der Müdigkeits­ge­sellschaft 2013 die Verän­derung der Arbeit­sprozesse und die dafür benötigten Fer­tigkeit­en in ein­er sehr begreif­baren Form gegenüber.
Die abschließende Diskus­sion über das hand­lung­sori­en­tierte Ler­nen im Rah­men der neuen Arbeit Fokus ziert noch ein­mal die Bere­iche:
Arbeit­en für eine Gewin­n­max­imierung?

  1. Stel­len­wert der intrin­sis­chen Moti­va­tion
  2. Aneignen ein­er Organ­i­sa­tion­sstruk­tur
  3. Pro­jek­tler­nen –Meth­ode oder Verän­derung der eige­nen Hal­tung