Projektlernen

Projektlernen

Neun Studierende der bergischen Universität Wuppertal haben 2013 an der Einführung in projektorientiertes Arbeiten teilgenommen. Nach der Vorstellung des Konzept des Startpunkt e.V. und einer Führung durch die Fabrik mit Erläuterung der Geschichte dieser, lag der Fokus in der folgenden Phase auf der Erläuterung des Projektlernens.

Um die Relevanz des Projektlernens in der zukünftigen Arbeitsgesellschaft zu unterstreichen, wird die gegenwärtige Situation in den Betrieben in Deutschland nach einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer analysiert.

Auffällig ist, dass bei schlechter Qualifikation nur noch wenige berufliche Nischen existieren. Außerdem scheinen selbstverantwortliches Handeln und Kreativität zu den gefragten Qualitäten im gegenwärtigen und zukünftigen Berufsalltag zu gehören. Wie weit sich lernen und Arbeiten themenspezifisch in der Vergangenheit aufeinander bezogen haben, stellt die folgende Grafik dar.

Dieser Zusammenhang ändert sich in der zukünftigen Ausbildung entsprechend der sich verändernden Arbeitsbedingungen.

Zwischen Arbeit und Ausbildung hat immer ein enger Zusammenhang existiert. Veränderungen in der Arbeitsgesellschaft führen zwangsläufig zu Veränderungen im Ausbildungssystem. Wesentlich sind dabei nicht unbedingt neue, pädagogischer Wege sondern die zu beachtenden neuen Lerninhalte.

Ein möglicher pädagogischer Weg liegt in dem Projektlernen. In der vorgestellten Form des Projektlernens handelt es sich um eine Abfolge von Projektphasen die individuell, im Plenum oder in Kleingruppen durchlaufen werden.

Diesem Projektphasen liegt eine gesellschaftspolitische Ausrichtung zu Grunde. Außerdem sind die jeweiligen Phasen mit bestimmten Methoden verbunden. Eine möglichst große methodische Vielfalt soll dabei das kreative Potenzial der Lerngruppe unterstützen.

Das Sammeln von Themen soll ebenfalls sehr breit angelegt sein um für die spätere Konsensentscheidung eine gute Grundlage zu schaffen. Dabei wird die Systematik des divergentes Denkens aufgegriffen – also durch vielfältige Methoden ein sehr heterogenes Feld an interessanten Themen zu suchen, um nach einer Strukturierung durch ein konvergentes Denken diese Themen auf relevante und interessante Themenfelder zu reduzieren.

Das gesamte Vorgehen in der Abfolge der Projektphasen greift beim Prozess des handlungsorientierten Lernens ein bekanntes pädagogisches Prinzip auf. Danach knüpft nach einem ersten Interesse, einer ersten Idee ein überlegtes Handeln mit entsprechender Systematisierung an die intrinsische Motivation der Akteure an. Der Prozess der Erarbeitung wird dabei nicht nur reflektiert sondern führt häufig zu besseren Ergebnissen. Reines Agieren aus der Idee heraus führt dabei häufiger zu Frustrationen und zum Abbruch des Engagements.

Projektlernen wird in der präsentierten Form nicht nur dargestellt als methodische Orientierung in zukünftigen Lernprozessen, sondern versteht sich auch als Weltanschauung, die nicht auf Maximierung von Produktivität ausgerichtet ist.

Der Autor Byung-Chul Han stellt in seiner Analyse der Müdigkeitsgesellschaft 2013 die Veränderung der Arbeitsprozesse und die dafür benötigten Fertigkeiten in einer sehr begreifbaren Form gegenüber.

Die abschließende Diskussion über das handlungsorientierte Lernen im Rahmen der neuen Arbeit Fokus ziert noch einmal die Bereiche:

Arbeiten für eine Gewinnmaximierung?

  1. Stellenwert der intrinsischen Motivation
  2. Aneignen einer Organisationsstruktur
  3. Projektlernen –Methode oder Veränderung der eigenen Haltung
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